Die Farbfelder sind ein Beispiel dafür, wie die biologische Aufwertung landwirtschaftlicher Stilllegungsflächen durch ästhetische Motivation überhaupt erst stattfindet und eine Wirkung auf soziale, psycologische, kreative und touristische Aspeckte ausübt. Die Farbfelder verknüpfen die Bereiche Ökologie, Wirtschaft und Soziales durch eine künstlerisch - ästhetische Gestaltung.
Um diese Herstellen zu können setzten wir uns lange Zeit mit Visionen, mit der aktuellen Landwirtschaft und deren Optionen sowie mit den speziellen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen der ländlichen Region auseinander.
Mit den Farbfeldern wollen wir die Landschaft nicht nur gestalten, sondern sie vor allem ästhetisch bewirtschaften. Hierbei spielen die Landwirte eine sehr wesentliche und verantwortungsvolle Rolle. Durch ihre Landbewirtschaftung nehmen sie maßgeblich und unmittelbar Einfluss auf die ästhetische, ökologische und soziale Qualität unserer Landschaft. Landstriche bekommen dadurch eine Identität, die sie unvergleichbar und zu einem Anziehungspunkt vieler Reisender werden lässt. In diesem Sinne verstehen wir die Farbfelder als einen Anfang und eine Möglichkeit, das gestalterische Potential der Landwirtschaft zu erkennen und auch zu nutzen. Der Landwirt als bedeutendster Landschaftsgestalter, soll durch die Farbfelder für seine ökologischen und ästhetischen Möglichkeiten sensibilisiert werden.
Seit 1999 konnten wir in Brandenburg merhere Stillegungsflächen in Farbfelder verwandeln. Auf allen Flächen entstand eine hohe Biodiversität von Insekten und es konnten zahlreiche bedrohte Kulturpflanzen großflächig wieder in die Landschaft zurückgeführt werden. Imker nutzten die Blüten und stellten ein neues Regionalprodukt her - den Farbfeldhonig.
Erstmals gelang es uns im Jahr 2001 die Farbfelder im Sinne der praktischen Umweltbildung weiterzuentwickeln und auch umzusetzen. Mit einer 6. Klasse der Gesamtschule Plessa (Elbe-Elster-Kreis) führten wir ein Farbfeld von ca. 1 ha als außerschuli-sches Projekt durch. In einer Woche konnten die Kinder viel Praxiserfahrung sammeln, die von der Bewegung in der Landschaft, bis hin zur Pflanzenkunde und Mathematik reichte. Mit der Hand säten die Kinder nach freier Orientierung auf der Fläche ein Farbfeld aus (im Luftbild blühen erst zwei der fünf ausgesäten Pflanzensor-ten). Die Farbfelder als auerschulisches Projekt der praktischen Umweltbildung werden in naher Zukunft von uns weiter ausgebaut. Die zahlreichen Anfragen zur Realisierung weiterer Farbfeld stellen eine immer wieder interessante Herausforderung im innovativen Umgang mit den jeweilig speziellen Situationen.
Das das Einbringen von Blühpflanzen in den agraisch genutzten Raum insbesondere für Bienen und damit auch für die Erhaltung der Pflanzenvielfalt von immenser Bedeutung ist, unterstreicht das "Netzwerk Blühende Landschaft", welches sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen für Honigbienen, Hummeln und anderer Insekten massiv einsetzt.