Jugendprojekt

FINIS e.V. konzipierte 1999 einen Workshop, um gemeinsam mit Jugendlichen in Gulow (Prignitz) ein Jugendtreff zu bauen.
Adäquat zur finanziellen Situation im Landkreis wollten wir dafür Baumaterialien verwenden, die entweder aus Recyclingbeständen oder als Naturprodukte der Region gewonnen werden konnten.
Als Wände verwendeten wir Strohballen. Die Dachkonstruktion und der Fußboden bestand aus Materialien, die wir aus Abrisshäuser geborgen hatten.
Die Jugendlichen wurden in einem Zeitraum von vier Monaten sowohl in die Planung, Materialbeschaffung und in den Bau einbezogen.

Trotz des großen Engagements des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport sowie des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt, für ein Fortbestehen der Jugendhütte, gelang es nicht die "Untere bauaufsichtsbehörde" produktiv in das Projekt mit einzubeziehen. Sie stoppte die Arbeiten an der Hütte und bestand auf den Abriss. Unter der Androhung einer erheblichen Geldstrafe rissen die Jugendlichen am 1. April 2000 das Gebäude wieder ein und bewiesen einmal mehr die Standsicherheit und die Ökologie dieser Bauweise.

Gemeinsam mit dem MBJS und der Unterstützung der Stiftung "Großes Waisenhaus" gelang es uns, die Fachhochschule Potsdam, Abt. Bauingeneurwesen für eine bautechnische Prüfung der Hütte zu gewinnen.

Die Prüfungsergebnisse wurden in einem etwa 180 Seiten umfassenden Bericht zusammengestellt, der bei uns zu einem Selbskostenpreis von 15 € incl. Porto bezogen werden kann.

Die Strohballenbautechnik ist in den 70 iger Jahren in den USA entstanden. Seit dieser Zeit sind dort zahlreiche Wohnhäuser errichtet worden, die als Niedrigenergiebauten gelten.


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