Trans-Art in Situ

In einem mehrwöchigen künstlerischen Kooperationsprojekt zwischen TRANZIT (RO) und FINIS e.V. (D) werden, unter der künstlerischen Leitung von Frank Schumann, ehemalige "Strassenkinder" und Kunststudenten das Umfeld der Synagoge gestalten. Im Zentrum der Arbeit steht das Anlegen eines Weges, eines Platzes und die Fußbodengestaltung der oberen Etage der Synagoge.

Der neue Weg führt von der Hauptstraße zur Synagoge, mündet dort in einem Vorplatz, und schwingt sich symbolhaft die Treppe in der Synagoge hinauf, um schließlich seine ganze Schönheit auf der oberen Ebene des Gebäudes zu entfalten.

Es entsteht eine künstlerische Assemblage aus gefundenen Materialien, die immer einen Teil der Kulturgeschichte einer Gesellschaft in sich tragen. Die Oberfläche des Weges und des Platzes wird aus diesen gefundenen Materialien und Recyclingmaterial mosaikartig gestaltet. Die Vielschichtigkeit und die Brüchigkeit soll dabei Symbol für die Vielschichtigkeit der jüdischen Kultur und die Brüchigkeit des Umgangs mit ihr in Europa sein.

Aber auch in die verwendeten Materialien hat sich eine zuweilen lange Geschichte eingeschrieben, sie sind Bedeutungsträger per se. Im Mosaik werden sie in andere Zusammenhänge gestellt, sie liegen in Nachbarschaft und diese Nachbarschaft wirft Fragen auf, schafft unerwartete Verknüpfungen und überraschende Bildzusammenhänge.

Der Weg, der Platz und die Synagoge werden das Gehen selbst zum Erlebnis, werden es zu einem Gang durch Kultur, Geschichte und Material machen.

In diesem Projekt integriert ist der symbolische Bau einer Brücke über den Fluß, zu welcher der Weg ebenfalls führen wird. Die Brücke wird aus Naturmaterialien entstehen und nicht be-gehbar sein. Sie dient als Zeichen und soll die Erinnerungen bei der Bevölkerung an die An-fang des Jahrhunderts zerstörte Brücke zur Synagoge wecken.

Die Einwohner von Cluj können sich langsam an dieses neue Gestaltungselement in der Stadt gewöhnen. Mit Hilfe dieses Zeichens soll ein Meinungsbildungsprozeß in Gang gesetzt werden, der es langfristig ermöglicht über den Neubau einer solchen Brücke zu entscheiden. An dieser Stelle wirkt Kunst als Motor für einen demokratischen Meinungsbildungsprozeß. Die Symbolische Brücke könnte von mehreren Architekturstudenten als Projekt durchgeführt werden.


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